Old vs. New Homescreen

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Technologie & Design

Neues Smartphone, neues OS (für mich), neue Homescreens. Ein Work in Progress.

Feminismus im Sprachgebrauch

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Kunst & Kultur / Literatur

Wenn ich von Reutlingen aus unterwegs mit Bus & Bahn bin, höre ich meistens Podcasts. Das ist oft spannender als dieselbe Playlist auf Spotify zu hören oder auf Level 130 in Candy Crush zu versagen. Heute hörte ich eine Episode von “Code Switch – Race and Identity, Remixed” von NPR, die mich zum Beitrag inspiriert hat. In der Folge vom 21. Februar geht es um die Aktivistin Mary Hamilton. Sie war in der Organisation Congress of Racial Equality (CORE) aktiv und kämpfte im Süden der USA für die Bürgerrechte der schwarzen Amerikanerinnen und Amerikaner. Ihr größter Erfolg war 1964, als Hamilton bis vor das Oberste Gerichtshof mit der Forderung der Gleichstellung bezüglich der Anrede für weiße und schwarze Frauen (und Männer) trat.

Auf dem Schwarz-Weiß Foto ist die Bürgerrechtsaktivistin Mary Hamilton abgebildet. Sie steht vor der Tür eines “field secretary” Robinson, der der Organisation CORE angehört.

Sie (und andere Frauen) wollten mit der neutralen Anrede “Ms.” angesprochen werden, die erstens dafür sorgte, dass der Familienstand unklar bleibt und zweitens schwarze Amerikaner überhaupt mit einem Titel als Höflichkeitsform angesprochen bzw. angeschrieben werden. Ihr seht, der Fall ist auf zwei Ebenen interessant: a) gender und b) race.  Das Oberste Gerichtshof entschied eindeutig für Hamilton und ebnete somit den Weg der Anrede “Ms.” in den alltäglichen Sprachgebrauch in den USA.

 

Während ich mir die tolle Geschichte von Mary Hamilton anhörte, dachte ich darüber nach wie sich unser Sprachgebrauch in Deutschland in den 1990er mit der Abschaffung der Anrede Fräulein verändert hat. Zunächst fragte ich mich: Warum gab es diese Kategorisierung in der Anrede von Frauen und wer hat das festgelegt? Und wer hat es abgeschafft? Ich erinnere mich noch als junges Mädchen mit Fräulein angesprochen zu werden und das auch in Briefen u.ä. an mich auch so adressiert wurde. Und irgendwann kam es zum kompletten Stillstand zum Gebrauch des Fräuleins.

 

Fräulein und Frau in der Vergangenheit

Die Anrede Frau (und Herr) war nur für Adelige vorgesehen. Es war weniger als Begriff der Geschlechterkategorie als eine rein förmliche Anrede. Das Fräulein war dementsprechend die Bezeichnung einer Adelstochter. Zur Jahrhundertwende hat sich der Gebrauch dann aber verändert und das Fräulein wurde eine soziale Funktion zugeschrieben. Erwerbstätige, aber ledige Frauen wurde zum Fräulein degradiert, erst mit der Heirat galten sie als ebenbürtig.  In den 1930er durften dann Frauen den Titel Frau auch ohne amtliche Genehmigung (🙄) tragen. Sie mussten nicht mehr adelig und/oder verheiratet sein, um sich als Frau betiteln zu dürfen. Der Sprachgebrauch von Fräulein hielt aber dennoch an.

Fräulein nie mehr

Mit der Frauenbewegung in den 1970ern kam auch die Debatte zur Abschaffung von Fräulein als förmliche Anrede ins Rollen. Frauen sind weder ein Gegenstand (das Fräulein, ein anderes Beispiel ist das Weib) noch herrscht eine Gleichstellung, Herren werden immer als vollwertig angesehen.

Sprache ist sexistisch, wenn sie Frauen und ihre Leistungen ignoriert; sie ist sexistisch, wenn
sie Frauen in Abhängigkeit von oder Unterordnung zu Männern beschreibt und wenn sie
Frauen nur in stereotypen Rollen zeigt; sie ist sexistisch, wenn sie Frauen durch herablassende
Ausdrücke demütigt und lächerlich macht.

Vier deutsche Sprachwissenschaftlerinnen veröffentlichten in den 1980ern ein Papier “Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs”, mit der Empfehlung auf den ersatzlosen Verzicht des Fräulein.  Zahlreiche Institutionen folgten der Empfehlung. Nach der Veröffentlichung eines Berichtes der UNESCO-Kommissionen mit ihren eigenen Richtlinien, war der Abschaffung von Fräulein besiegelt.

Das war 1993. Seit dem hat sich einiges getan, ich höre und sehe das Fräulein nur sehr, sehr selten. Und ich finde das auch gut so. Vor allem wenn es um die aktuelle Debatte um das generische Maskulinum  geht oder über Geschlechterbezeichnung abseits des Binären, finde ich was in das Feld der feministischen Linguistik fällt, spannend. Manche Konstruktionen finde ich Banane, dennoch bin ich grundsätzlich dafür Sprache zugänglicher zu machen. Wir haben nicht mal ein Pendant für “they”! Geschweige andere neue Begriffe,  wir streiten lieber über Gendersternchen und das generische Femininum…

 

 

 

Raus aus dem Ökosystem Apple

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Technologie & Design

Nach 8 (acht!) Jahren und 3 (nur drei) abgenutzten iPhones entschied ich mich heute für ein Smartphone eines anderen Herstellers. Mir geht es gar nicht um Apple vs. Google vs. Samsung, sondern um das Produkt selbst und ob es, in meinen Augen, ästhetisch gelungen ist. Das Design des S8 hat mich schon letztes Jahr überzeugt. Die subtilen Verbesserungen waren nun ausschlaggebend. Ich bin gespannt, wie ich Android für meinen eigenen Gebrauch finden werde.

Keine Sorge, ich werde berichten.

Aus der Kiste gegraben #1

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Kunst & Kultur / Literatur / Musik / TV & Film

Vor einigen Wochen habe ich auf Instagram (mehr Engagement als auf Twitter, btw) eine Umfrage gestartet wie ich am Besten Empfehlungen gebündelt weitergeben kann. Das Format Newsletter hat dabei nicht abgeschnitten, ich glaube der Trend ist weniger in Deutschland zu spüren. Und wer mag schon sein Postfach vollgemüllt bekommen? Deswegen gibt es hier nun regelmäßig Empfehlungen aller Art. Macht es euch gemütlich, mit einer Tasse Tee und warmen Socken (so wie ich während ich diese Zeilen schreibe) und los geht’s mit der ersten Ausgabe!

 

Back to the Roots?

Die Ankündigung eines neuen Albums geht mittlerweile mit einem Trailer einher. Justin Timberlake bringt nach fünf Jahren Pause kurz vor seiner Halftime-Show sein fünftes Studioalbum heraus. Die Promo dafür verwirrte nicht nur mich. Macht jetzt der ehemalige *NSync-Frontmann nun auf Country statt R&B? Auf Twitter wurde heiß diskutiert und auch Ann-Derrick Galliot von “The Outline” kritisiert die Promotion:

White colonialist fantasies aside, there’s something very familiar about this pivot in Timberlake’s style […] Authenticity is quite marketable now, and for white pop stars that means shifting away from the hip-hop and R&B-influenced sounds that made them famous, and toward the sounds of Southern and country rock. For Timberlake, the pivot should be sonically natural […] But with his insistence in the video that this album will be his most personal yet, Timberlake is indulging in the inexplicably popular fallacy that music with heavy country influences is somehow more profound or emotionally acute than music that is electronic, lyrics that are rapped, or songs that inspire listeners to shake their asses […]

(“Justin Timberlake Is Rebranding As a White Man”)

Don’t Push It

Euch stressen die permanent aufpoppenden Benachrichtigungen eurer 391 Apps auf dem Smartphone? Einfach in den Einstellungen abstellen und ihr habt eure Ruhe:

Allowing an app to send you push notifications is like allowing a store clerk to grab you by the ear and drag you into their store. You’re letting someone insert a commercial into your life anytime they want. Time to turn it off.

(“Turn Off Your Push Notifications”)

Netflix and Chill

Astrid Erbhold vom “Tagesspiegel” meint das abendliche Ritual noch ein Roman zu lesen wird zunehmend von Serien dank Streamingangeboten ersetzt:

Auf diesem fruchtbaren Boden der Wertschätzung haben die Streamingdienste in den letzten Jahren ihre Saat ausgebracht. Sie geht bestens auf. Nicht nur, weil ausreichend anspruchsvolle Inhalte zur Verfügung stehen. Sondern auch, weil das Flatrate-Modell so verführerisch ist. Das Streaming, das an die alte Idee von öffentlichen Bibliotheken anknüpft, kommt unentschlossenen Mediennutzern entgegen. Und durch die uneingeschränkte Verfügbarkeit ganzer Staffeln ist die Serie dem Roman noch ähnlicher geworden. Allein der Nutzer entscheidet nun, wann und wie lange er in eine Geschichte eintauchen will.

(“Was Romane und TV-Serien gemein haben – und was nicht”)

Ich teile tatsächlich meinen abendlich Konsum auf, manchmal schaue ich ein paar Folgen einer Serie oder lese ein paar Kapitel eines Buches. Wie sieht es bei euch aus?

Inspiration

Ihr wollt eure Perspektive durch Literatur erweitern?

Lieblingskünstler der Woche: Kevin Abstract

Erst Ende des Jahres bin ich auf die Boyband bzw. das Hip-Hop Kollektiv Brockhampton gestoßen. Neue Musikentdeckungen basierten in 2017 oft nur auf Algorithmen, was ich unbedingt ändern möchte. So richtig habe ich mich in die Gruppe noch nicht reingehört, dafür aber in das Katalog von Mitbegründer Kevin Abstract, der mit bürgerlichem Namen Clifford Ian Simpson heißt. Zwei Alben sind bisher erschienen: MTV1987 (2014) und American Boyfriend: A Suburban Love Story (2016). Mit Brockhampton sind es nochmals weitere vier Alben seit 2016. Wenn ihr Tyler, the Creator und Frank Ocean mögt, dann werdet ihr Kevin Abstract lieben. Reinhören solltet ihr neben “Miserable America” auch in die Songs, “Rush,” “Papercut” und “Drugs”.

Lieblingsvideos der Woche: Family Feud & Finesse

Bevor 2017 endete, hat die Familie Knowles-Carter nochmal aller Welt klar gemacht, wer hier der Boss Präsident ist. Unter der Regie von Ava DuVernay (Selma, 13th, A Wrinkle in Time), kreieren Jay-Z, Beyoncé und deren älteste Tochter, Blue Ivy, eine Zukunft, die 2050 Blue zur Founding Mother und ersten Präsidentin macht und es in den folgenden Jahrhunderten es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, Familienintrigen und zwei (!) Co-Präsidenten kommt. Mit hochkarätiger Besetzung, lenkt Jay-Z für fünf Minuten von seinen Fehlern und Sünden ab, weil “nobody wins when the family feuds”.

 

 

2018 zelebrieren wir weiterhin die 90er. Irgendwie komisch ganz nostalgisch auf ein Jahrzehnt reagieren, dass man in Erinnerung hat. Bruno Mars hat mit seinem aktuellen Album 24K Magic nur Killer, keine Filler rausgehauen. Mit seiner neuen Single, im Remix mit der grandiosen Cardi B, zollt das Musikvideo der Fernsehsendung “In Living Color” Tribut. Song und Video machen Laune und kann durchaus auf 90er-Mottoparties gespielt werden ohne aufzufallen.

TV-Tipp: The Good Place

Kristen Bell und Ted Danson in den Hauptrollen verzauberten mich bereits in der ersten Folge der Sitcom “The Good Place.” Der Plot der Serie klingt so absurd, aber lest selbst:

Nachdem sie von einem Traktor-Anhänger getroffen wurde, der mit Werbung für ein Produkt gegen Erektionsstörungen ausgestattet war, wacht eine Frau namens Eleanor auf und stellt fest, dass sie das Jenseits betreten hat. Als ihr von Michael […] erzählt wird, dass sie im „Good Place“ […]dies aufgrund ihrer guten Taten, da sie geholfen habe, unschuldige Menschen aus der Todeszelle zu holen und andere internationale humanitäre Arbeit verrichtet habe […] Darüber hinaus lernt sie bei der Ankunft, dass jede Person im guten Platz einen Seelenverwandten hat, mit dem sie für immer mit der Ewigkeit leben wird.

(Wikipedia)

Die Serie befindet sich zurzeit in der zweiten Staffel und wurde für eine dritte Staffel verlängert.

Außerdem:

  • Diese Woche startete die Serie “Grown-ish,” ein Spin-Off der Sitcom “black-ish”.
  • Die zweite Staffel von “One Day at a Time” wird ab dem 26. Januar auf Netflix erscheinen.
  • Atlanta” kommt nach einem Jahr Pause wieder zurück und zwar am 01. März.
  • Dafür kein “Game of Thrones” in 2018. Die achte und letzte Staffel startet in 2019, bestätigte der Sender HBO.
  • ABC setzt nach neun Folgen die Comedyserie “The Mayor” ab. Die Serie hatte Potenzial, schade!

 

 
Hiermit beende ich die erste Ausgabe von “Aus der Kiste gegraben.” Bis zum nächsten Beitrag!