Der Weg zum Master: Entscheidungen treffen

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Persönliches / Uni
Master

Pünktlich zum Vorlesungsbeginn gibt es endlich einen neuen Beitrag. Diesmal soll es sich um den Master gehen. Ich werde euch etwas über meinen Entscheidungsprozess erzählen und warum es sich für mich richtig anfühlt.

Warum Amerikanistik (American Studies) in Tübingen?

 

In meinem letzten Beitrag habe ich es kurz angerissen:

Wie es das Schicksal will, im selben Fach: der Amerikanistik. Auch dazu gab es viele Meinungen, die völlig legitim und berechtigt sind. Ich habe mich auch gefragt, ob es denn wirklich das sein soll, aber letztendlich möchte ich einen Masterabschluss haben, um mit einem qualifizierten Abschluss in die Arbeitswelt einzusteigen. Es hat Sinn gemacht im selben Fach und am selben Ort zu bleiben.

 

Es war weniger eine Schicksalsentscheidung, sondern ein pragmatischer Schritt nach einer Odyssee von konfusen Gedanken,  Gesprächen und Recherchen. Meiner Meinung nach hat die Bologna-Reform einen gravierenden Nachteil: Zwar wird eine Beschleunigung des Studiums gefördert, jedoch gibt es viel zu wenige nicht-konsekutive Master-Studiengänge in Deutschland, die es erlauben würden sich etwas breiter aufzustellen, wenn es um Wissen und Perspektiven geht. Ich fände es attraktiver, wenn ich die Möglichkeit hätte meine Schwerpunkte nach drei bzw. vier Jahren zu verschieben.

Zunächst machte ich mich auf die Suche nach Master-Studiengängen, die sich nur bedingt oder gar nicht mit dem nordamerikanischen Kultur- und Sprachraum beschäftigen. Gar nicht mal so einfach! Man muss sich regelrecht durch Kataloge wurschteln. Ich wollte eine politikwissenschaftliche, soziologische oder sogar wirtschaftliche Richtung einschlagen. Jedoch kamen viele Fächer nicht in Frage – sie waren entweder konsekutiv ausgerichtet oder erwarteten Vorwissen in Politikwissenschaft, Soziologie oder BWL/VWL in Form von Credit Points. Ich erlaube mir zu behaupten, dass ich Erfahrungen und Wissen aus ebendiesen Fachbereichen besitze, dass jedoch aus meinem Transkript nicht ersichtlich ist. Mir wurde die Zulassung für einen Studiengang im politikwissenschaftlichen Feld mit fehlender Affinität verweigert. Andere Universitäten (aber auch die Uni Tübingen) hielten mir in diversen anderen Fächern bürokratische Hürden vor.

Die elitäre Haltung des deutschen Hochschulsystems fordert einen fast schon auf, ins Ausland zu gehen oder “to stay in your lane”. Meine Bildungsbiographie zeigt, ich irre durch den akademischen Raum. Mit einem sozial schwachen Migrationshintergrund habe ich nicht die materiellen Ressourcen, um Tausende von Euros oder britischen Pfund oder US-Dollar für eine universitäre Ausbildung auszugeben. Stipendien fallen gering aus – wenn überhaupt eine materielle Förderung zugestanden wird. Jobs sind schlecht bezahlt und reichen nur knapp für eine Grundversorgung. Man muss privilegiert sein, um sich Wissen leisten zu können. Eine Schande, aber ich als Individuum kann nur sehr wenig dagegen ausrichten.

Ich bin der Überzeugung, dass ein Masterabschluss, gerade in den Geisteswissenschaften, einen höheren Stellenwert auf dem Arbeitsmarkt hat als behauptet wird. Oft ist er Voraussetzung für den Berufseinstieg. Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich noch immer in einer intellektuellen Entwicklungsphase befinde (trotz immensen Fortschritts in 2016). Der Wissensdurst ist nicht gestillt (und wird wohl nie gestillt werden), auch die praktischen Erfahrungen werden mehr und lassen sich sehr gut mit meiner theoretischen Ausbildung verbinden.

Die Einschreibung in den Master-Studiengang Amerikanistik erschien mir, rational gesehen, die einzig logische Konsequenz in meinem Dilemma. Die geografische Nähe zum Elternhaus, welches mir erlaubt (noch immer) daheim zu wohnen. Ein gut aufgebautes Netzwerk an Freunden, Bekannten und Mentoren und ein Job an der Universität geben mir Sicherheit und Stabilität in einer Zeit, wo das nicht selbstverständlich ist. Ich kann neue Schwerpunkte setzen und proaktiv mir Perspektiven suchen. Meine Entwicklung wird nicht stagnieren, nur weil ich am selben physischen Ort bin wie in den letzten fünf Jahren. Eine Stärkung bisheriger Strukturen kann nur förderlich sein für die Zukunft.

Ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen und Monate ablaufen werden. Sicher werde ich euch davon erzählen…

 

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